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Starker Mini-PC Peladn HA-4 im Test: AMD Ryzen 9, 32 GB RAM und 1 TB SSD

Starker Mini-PC Peladn HA-4 im Test: AMD Ryzen 9, 32 GB RAM und 1 TB SSD

Der Peladn HA-4 mit Ryzen 9 ist ein leistungsstarker Mini-PC zum fairen Preis. Wir zeigen, wie gut sich das hochwertige System im Test schlägt.

Hersteller von Mini-PCs sind nicht selten dafür bekannt, ulkige Namen zu verwenden – Peladn ist hier definitiv keine Ausnahme. Das Modell HA-4 meint es dafür umso ernster und wartet direkt mit einem Ryzen 9 7940HS, 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 1 TB SSD auf. Dabei kommt ein selbstbewusst kantiges Gehäuse aus Aluminium zum Einsatz, das zudem – um auch dieses Meme zu bedienen – die typischen Extra-FPS dank RGB-Beleuchtung bietet. 

Wir haben den Peladn HA-4 auf den Prüfstand gestellt und zeigen im Test, wie er abgeschnitten hat. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Peladn HA-4?

Im Peladn HA-4 kommt eine Top-CPU der siebten Ryzen-Generation zum Einsatz – der Ryzen 9 7940HS. Dieser 8-Kern-Chip der Phoenix-Reihe (Zen 4) aus dem Jahr 2023 kann bis zu 16 Threads gleichzeitig verarbeiten und ist im 4-nm-Verfahren gefertigt. Der Takt liegt zwischen 4,0 und 5,2 GHz, die TDP (thermische Verlustleistung) bei 35 Watt. Als maximale Betriebstemperatur sind 100 Grad spezifiziert. Als integrierte Grafikeinheit kommt die altbekannte Radeon 780M mit 12 CUs (Compute Units) zum Einsatz, die mit 2800 MHz taktet.

Unser Testsystem ist die Variante mit 32 GB RAM, wobei dieser in Form von zwei 16 GB großen DDR5-Modulen von Adata mit 5600 MT/s daherkommt. Als SSD kommt eine 1 TB große Crucial P3 Plus zum Einsatz, deren Geschwindigkeitswerte hier etwas auseinanderklaffen. So liest sie ausweislich Crystaldiskmark mit 5180 MB/s, schreibt aber lediglich mit 2545 MB/s. Für eine M.2-NVMe-SSD sind das solide, aber keine herausragenden Werte.

Anschlussseitig kommt der Peladn HA-4 mit vier USB-A-Buchsen (2x USB 2.0, 2x USB 3.0), einmal USB-Typ-C (mit Bild- und Datenübertragung) sowie einmal 2,5-GBit-LAN. Weiterhin gibt es zwei HDMI-2.0-Ports sowie einen Anschluss zur Stromversorgung mittels Rundhohlstecker. Insgesamt also wenig berauschende Standardkost. Ein zusätzlicher USB-C-Port, idealerweise mit Stromversorgung, oder ein eigenständiger Displayport hätten das Gerät noch flexibler gemacht.

Drahtlos arbeitet der Peladn HA-4 mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2, was solide, aber ebenfalls nicht besonders stark ist. Zum Einsatz kommt der Intel-AX200-Chipsatz.

Performance: Wie schnell ist der Peladn HA-4?

Mit seinem Ryzen 9 und insbesondere der integrierten Grafik Radeon 780M verspricht der Peladn HA-4 viel Leistung. Im Test erreicht das System bei PCmark 10 eine Punktzahl von durchschnittlich 7353 Punkten, mit Spitzen bei 7372 und 7334 Punkten. Das liegt etwas unter dem, was wir erwartet hatten – bei einem Ryzen 9 rechnen wir eher mit über 7800 Punkte. Bei 3Dmark Time Spy landet das System ebenfalls unter dem geschätzten Potenzial bei 3213 Punkten, die sich aus 2865 Punkten für die GPU und 10.361 CPU-Punkten zusammensetzen. Auch hier hatten wir bei der CPU mit mehr als 11.000 Punkten und bei der GPU mit über 3000 Punkten gerechnet.

Bei Cinebench 2024 kommt der Ryzen 9 7940HS des Peladn HA-4 auf 883 Punkte im Multi-Core und 108 Punkte im Single-Core. Beim plattformübergreifenden Benchmark Geekbench 6 sind es 2688 Punkte (Single-Core) und 12.281 Punkte (Multi-Core) sowie 32.541 im OpenCL-Grafiktest. Im Alltag ist die Leistung sehr gut, im Benchmark jedoch etwas niedriger als bei anderen Systemen mit derselben CPU.

Beim Zocken laufen viele Spiele auch in höheren Einstellungen flüssig. So können wir Anno 1800 ohne FSR (Fidelity FX Super Resolution) auf hohen Optionen mit etwa 28 bis 35 FPS spielen. Mit FSR (Leistung) verbessert sich das auf etwa 45 FPS. Cities Skylines 2 läuft in hohen Einstellungen mit 12 FPS zu schlecht für ein flüssiges Spielerlebnis, nach Aktivierung von FSR und Umstellung von „Hoch“ auf „Mittel“ sind es immerhin 18 bis 22 FPS. Counter Strike 2 lässt sich mit 55 bis 85 FPS auf der Map Dust 2 in hohen Einstellungen ohne FSR gut spielen.

Lüfter: Wie laut ist der Peladn HA-4?

Im Idle oder bei nur wenigen geöffneten, nicht leistungshungrigen Anwendungen, wie Browser oder Hwinfo sind die Lüfter des HA-4 kaum zu hören. Im Alltag läuft das System meist bei 29 dB(A) am Gehäuse, aus einem Meter etwa 20 dB(A). Der CPU-Takt bleibt auch unter Last bei 3,8 GHz bis 4,1 GHz, die Temperatur überschreitet 80 Grad nicht, was für eine gute Kühlung spricht. Die Lautstärke steigt aber sprunghaft von 35 bis zu 41 dB(A) an. Aus einem Meter Abstand sind das noch 31 dB(A). Der Verbrauch liegt im Idle ohne Last bei 12 bis 14 Watt, im Alltag mit einzelnen geöffneten Anwendungen bei 20 bis 34 W und steigt bei Spielen und Vollauslastung auf bis zu 66 W.

Peladn HA-4: Temperaturen per Wärmebildkamera während hoher Auslastung

Software: Mit welchen Betriebssystemen arbeitet der Peladn HA-4?

Der Peladn HA-4 kommt vorinstalliert mit Windows 11 Pro in der Version 22H2. Zu Beginn ist der Rechner auf Chinesisch voreingestellt, die Umstellung auf Deutsch wird allerdings nicht konsequent in jeder Systemebene angewandt. So sind die erweiterten Wiederherstellungsoptionen, die wir zum Booten unseres Linux-USB-Sticks aufrufen, weiterhin auf Chinesisch. Das kennen wir auch schon von anderen Mini-PCs. Anhand der Piktogramme finden wir uns dennoch zurecht. Zudem müssen wir bei der Einrichtung (sofern wir auf diesen Workaround per CMD verzichten wollen) eine Internetverbindung herstellen, sonst geht es nicht weiter.

Peladn HA-4: Chinesisches Wiederherstellungsmenü

Der Betrieb des auf Ubuntu basierenden Tuxedo OS gelingt im Test ohne Probleme. Die Auflösung wird direkt richtig erkannt, auch WLAN, Bluetooth und Audio sind nutzbar. Lediglich aus dem Standby-Modus wacht der Rechner nicht auf, der PC selbst springt zwar an, gibt aber kein Bildsignal aus. Das ist schade und diese Funktion in Linux ist ohne weitere Fehlersuche unbrauchbar.

Bauform: Wie ist die Verarbeitung des Peladn HA-4?

Die Verarbeitung des Peladn HA-4 gehört auf jeden Fall zu den besseren unter den Mini-PCs. Das Gehäuse ist primär aus Aluminium gefertigt, in unserem Fall silberfarben – unter dem Namen Trycoo verkauft der Hersteller aber auch eine schwarze Ausführung. Dabei besteht es aus mehreren einzelnen Aluminiumplatten, die verschraubt sind, lediglich das Seitenteil auf der Rückseite besteht aus Kunststoff. Optisch wirkt er dadurch ziemlich kantig und rustikal, was aber erfrischend ist im Einheitsbrei aus schwarzen, rund geschleckten Kunststoffgehäusen oder den typischen am Mac Mini orientierten Systemen.

Ein nettes Detail ist das zwischen den Aluminiumplatten eingelassene LED-Band mit einer glänzenden, durchsichtigen Kunststoffabdeckung. Dieses führt rund um den PC herum und füllt dort gewissermaßen die Fuge zwischen den Metallplatten. Auch die Farbe ist einstellbar über einen Knopf auf der Rückseite, ein einfacher Klick wechselt zwischen folgenden Modi: weiß (pulsierend), weiß (dauerhaft), orange (pulsierend), orange (dauerhaft), Farbwechsel oder Regenbogen-Verlauf. Man kann die Beleuchtung aber auf diesem Weg auch ganz ausschalten.

Der HA-4 misst 136 × 128 × 52 mm und wiegt knapp 1 kg. Das ist für einen Mini-PC schon richtig viel, dürfte aber eben dem Vollmetallgehäuse geschuldet sein. Die Öffnung des Gehäuses, etwa zur Wartung der Systemkomponenten oder dem Aufrüsten, gelingt über die Unterseite. Hier sind die zu lösenden Schrauben nicht in den Gummifüßen versteckt, sondern sitzen daneben und lassen sich entsprechend einfach erreichen. Danach kann man ohne zusätzliches Werkzeug einfach die Bodenplatte abnehmen. Kabel stehen einem dabei nicht im Weg. Durch den überstehenden Gehäuserand sind manche Komponenten etwas verdeckt, etwa die CMOS-Batterie. Auf der SSD ist ein Kühlkörper angebracht, den man zunächst lösen muss. Zudem verdeckt ein zusätzlicher Komponentenlüfter mit Heatshield den darunterliegenden Bereich.

 

Fazit

Der Peladn HA-4 gibt im Test ein durchweg überzeugendes Bild ab. Zwar ist die Leistung des Ryzen 9 nicht ganz so hoch wie erwartet, aber trotzdem gut. Die Verarbeitung des Mini-PCs ist hervorragend. Einzig die Anschlussvielfalt könnte durch einen eigenständigen Displayport oder einen weiteren USB-C-Anschluss – gerne auch mit Support für den Eingangsstrom – verbessert werden. Auch ein weiterer LAN-Port wäre praktisch, etwa für Firewall-Lösungen.

Unter Last fällt vorwiegend die etwas laute Lüftung auf. Sie hält den Prozessor jedoch zuverlässig kühl. Schade ist, dass nur Wi-Fi 6 unterstützt wird – aktuellere Standards wären wünschenswert. Abgesehen davon überzeugt das System. Auch der Preis ist sehr fair: Für 500 Euro einen Ryzen 9 mit dieser Leistung zu bekommen, ist wirklich stark. Damit reiht er sich ein zwischen Modellen, wie Beelink SER8 (Testbericht) oder Awow HA7 (Testbericht), die er in manchen Punkten sogar übertrifft, in anderen hingegen dahinter liegt.

Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.

Reference: https://www.heise.de/bestenlisten/testbericht/starker-mini-pc-peladn-ha-4-im-test-amd-ryzen-9-32-gb-ram-und-1-tb-ssd/9h41b9w

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